Missionsprojekte Amare u. Mangalore

Kinderhaus Amare in Brasilien

Im Jahr 1990 gründete der aus Siegburg stammende Diplomtheologe Johannes Skorzak in Esperantina im Nordosten Brasiliens das Kinderhaus „Amare“ um etwas für die Kinder arbeitsloser und sehr armer Familien zu tun. Sie bekommen dort die Möglichkeit ergänzende Bildungsangebote zu der absolut unzureichenden staatlichen Schulbildung wahrnehmen zu können. Damit erhöhen sich ihre Chancen auf einen Ausbildungsplatz beziehungsweise Arbeitsplatz deutlich. Im Kinderhaus „Amare“ werden mittlerweile bis zu 400 Kinder und Jugendliche während des Tages betreut. Zusätzlich kümmern sich Johannes Skorzak und sein Team um die Grundversorgung der Kinder. Sie bekommen dort täglich ausgewogene Mahlzeiten, dringend benötigte Kleidung und erfahren hier ein Gefühl von Geborgenheit, Liebe und Sicherheit. Viele von ihnen fühlen sich zum ersten Mal in ihrem Leben als Mensch ernst genommen und wertgeschätzt. Hier erhalten sie die Chance, sich und ihre Talente zu entfalten und das Selbstvertrauen, das sie brauchen ,um ihr Leben in die Hand nehmen zu können. Da der brasilianische Staat das Kinderhaus „Amare“ kaum unterstützt, wird der Gesamtetat der Einrichtung von jährlich 120.000 € (ca. 25€ / pro Kind / pro Monat) zum Großteil durch Spenden aus Deutschland abgedeckt. Das Sternsingerhilfswerk in Aachen und das Erzbistum Köln halten das Projekt Amare für förderungswürdig. Uns als Missionsausschuss im Seelsorgebereich Bad Münstereifel liegt das Kinderhaus „Amare“ in Brasilien ebenso am Herzen wie das Kinderheim der Jesuiten in Mangalore in Indien, welches von Pater Leo d`Souza geleitet wird.

B. Schmitt

 

Aloysian Boys‘ Home und die Handwerkerschule in Mangalore / Südindien

1980 waren die Jesuiten 100 Jahre in Mangalore. Aus diesem Anlass wollten sie etwas für die ganz arme Bevölkerung tun und gründeten ein Kinderheim und eine Handwerkerschule in der Stadt.

Das Kinderheim ist nach dem System der SOS-Kinderdörfer aufgebaut. Je 10-11 Kinder bzw. Jugendliche wohnen mit einer Hausmutter in einem kleinen Haus. Sie wohnen zusammen wie in einer großen Familie. Die junge Frau sorgt dafür, dass die Kinder das bekommen, was sie dringend brauchen: Geborgenheit und Liebe. Das Essen wird in einer Küche für alle gekocht und dann in den einzelnen Häusern eingenommen.

Viele Kinder erfahren hier zum ersten Mal in ihrem Leben, dass sie alle geliebt und angenommen sind. das ist besonders wichtig, damit sie Selbstwertgefühl entwickeln können. Die meisten brauchen eine gewisse Zeit, bis sie das verkraftet haben, was sie in ihrem Leben schon alles erlebt haben. Sie kommen zum Teil aus Familien, die sie „abgeben“ mussten, weil die Verantwortlichen sich nicht in der Lage sahen, die Kinder mit Nahrung und Kleidung zu versorgen. Andere lebten auf der Straße, wurden von der Polizei aufgegriffen und ins Heim gebracht.

Von morgens bis 16.00 Uhr gehen die Kinder in eine öffentliche Schule, damit sie das Rüstzeug bekommen, später einen Beruf zu erlernen und auf eigenen Füßen stehen zu können. Sie machen nach einer kurzen Pause am Nachmittag mit der Hausmutter ihre Hausaufgaben. Wer Schwierigkeiten beim Lernen hat, bekommt zusätzlich Unterstützung. Besonders Begabte werden zu weiterführenden Schulen geschickt. Normalerweise verlassen sie als Jugendliche im Alter von 16-18 Jahren nach dem Schulabschluss das Heim.

In der Freizeit gibt es verschiedene Aktivitäten. Eine große Rolle spielen Sport, Musik – es gibt eine eigene Musikkapelle – und Tanz. Der Tanz wird in der indischen Kultur besonders gepflegt.

Wer nach der Regelschule die Handwerkerschule besucht, darf im Heim wohnen bleiben, bis er diese abgeschlossen hat. Dort bekommt er die Möglichkeit sich in einem von 10 Berufen ausbilden zu lassen. Nach 2 bzw. 3 Jahren theoretischer und praktischer Ausbildung macht er eine Prüfung, die von einer Prüfungskommission der Stadt Mangalore abgenommen wird und bekommt ein Diplom, mit dem er sich in seinem Beruf bewerben kann. Viele haben bereits eine Arbeitsstelle bevor sie die Prüfung abgelegt haben, denn die Schule hat den Ruf, die jungen Menschen gut auszubilden und eine positive Arbeitsmoral zu vermitteln.

Seit einigen Jahren bildet die Handwerkerschule auch junge Frauen aus. Das sieht der Missionsausschuss als besonders wichtig an, weil viele arme Familien auf dem Land Mädchen als Hilfe für die Mutter zuhause halten, da die Familie das – wenn auch niedrige – Schulgeld, Bücher usw. für Mädchen nicht aufbringen kann. Der Ausschuss unterstützt diese jungen Frauen.

Wer die Handwerkerschule mit Diplom verlässt, hat die Chance, seinen Lebensunterhalt selbst zu verdienen. Er muss nicht betteln oder kriminell werden, wie leider viele Altersgenossen.

Wenn Sie das Kinderheim und die Handwerkerschule unterstützen, leisten Sie Hilfe zur Selbsthilfe, helfen Sie Menschen, verantwortliche Mitglieder der Gesellschaft zu werden.

Besuch in Mangalore im März 2017

Am 1.3.2017 kamen wir 9 Eifler pünktlich zu Pater Leos Geburtstag nach Mangalore. Vorher hatten wir eine Rundreise durch Rajasthan, den Norden Indiens, gemacht.

Die Jungen und die Schwestern begrüßten uns mit einem frohen Lied. Wir fühlten uns gleich am ersten Abend im Kinderheim zu Hause, da die meisten von uns schon zum wiederholten Mal das Heim besuchten.

Pater Leo führt das Heim, sein Lebenswerk, trotz seiner 85 Jahre auch weiterhin, obwohl Rücken und Füße ihm zu schaffen machen.

Den Kindern im Aloysian Boys‘ Home geht es gut. In ihrer Freizeit toben sie draußen und freuen sich, dass sie dort sind. Die Hausmütter und die Schwestern geben jedem Kind das Gefühl, angenommen zu sein und wie in einer großen Familie mit Hausmutter und Geschwistern in einem Haus zu wohnen. Leider hat die Bezirksregierung, die den Christen nicht besonders gewogen ist, vor einiger Zeit ohne plausible Begründung alle Mädchen abgezogen und in Heimen für Mädchen untergebracht. Schade, aber…..

Am folgenden Tag haben wir Pater Leos Geburtstag gefeiert mit viel Musik und Tanz, denn beides spielt in der indischen Kultur eine viel größere Rolle als bei uns. Alle haben sich beteiligt und Dank und Freude zum Ausdruck gebracht. Es war schon Tradition: Wenn die Eifler kommen, gibt es ein dickes Eis für jedes Kind und eine Überraschung. Die Kinder hatten sich diesmal nicht gewünscht, in einen Tierpark in der Nähe zu fahren, sondern gemeinsam schwimmen zu gehen und anschließend Picknick zu machen. Es war besonders schön, zu sehen, mit welch einfachen Mitteln man diesen Kindern noch eine Freude machen kann und diese sich auf den Gesichtern widerspiegelt.

Auch der Besuch in der Handwerkerschule war erfreulich. Pater Eric, der die Einrichtung mit jugendlichem Elan führt, konnte auf viele Neuerungen hinweisen: Das Wichtigste war ihm, dass alle jungen Leute, die eine Ausbildung in einem der 11 Berufe gemacht haben, sofort eine Arbeit finden und damit auf eigenen Beinen stehen können, um sich und ihre Familien finanziell abzusichern.

Jeder, der eine Ausbildung beginnt, bekommt Unterricht in Englisch, damit er sich fließend in dieser Sprache unterhalten kann, denn Englisch ist neben den Regionalsprachen Verkehrssprache in Indien. Er wird darin geschult, ein Team zu führen, selbst eine Rede halten zu können und Konferenzen zu leiten.
Außerdem muss er einen Pass beantragen und besitzen, damit er auch im Ausland arbeiten kann (z. B. in den Golfstaaten). Damit der junge Mensch mobil ist, macht er während der Ausbildungszeit den Führerschein für PKW. Die Firma Hyundai und ein großzügiger Sponsor haben ein neues Auto finanziert, das während unseres Besuchs der Handwerkschule übergeben wurde.

In drei Bereichen wurden die Werkstätten modernisiert:

• In der Kältetechnik wurden neue Maschinen angeschafft
• Die Schneiderei hat einige neue Nähmaschinen erhalten, die elektronisch gesteuert werden. Außerdem wird eine Zuschneidemaschine bestellt. Die Handwerkerschule hat den Auftrag bekommen, für mehrere Schulen der Stadt neue Schuluniformen anzufertigen.
• Der Computerraum ist auch mit den neuesten Geräten ausgestattet worden.

Wir konnten auf Schritt und Tritt sehen, dass „unsere“ Unterstützung wirklich sinnvoll angelegt worden ist. Für eine Starthilfe für junge Menschen, die ihr Leben in die Hand nehmen dürfen, dank einer Unterstützung unsererseits, die wir etwas abgeben von unserem Überfluss.

Auch von den Menschen, die auf der Müllkippe leben, gibt es Positives zu vermerken. Seit einigen Monaten hängt in jeder „Unterkunft“ eine Lampe, die mit Solarkraft betrieben wird. Die Kinder können jetzt auch in ihren Zelten nach Einbruch der Dunkelheit (im Winter um 17.00 Uhr nachmittags) lernen, denn die meisten gehen neuerdings zur Schule, wenn auch nicht regelmäßig. Dieses Problem möchte man dadurch lösen, dass demnächst ein Bus die Kinder morgens abholt und zur Schule fährt, denn der Weg ist weit und gefährlich.
Jede Woche kommt ein Arzt zu den 90 Menschen, die auf dem Müll leben, und behandelt sie kostenlos.

Das neueste Projekt: In der Nähe der Stadt (20 km entfernt) leben die Nachkommen der Afrikaner, die die Portugiesen zu ihrem Schutz ins Land holten. Niemand hat sich seit Jahrhunderten um diese Menschen gekümmert. Sie haben keinerlei Kontakt zur Stadt und sind bettelarm. Pater Eric möchte, dass die jungen Leute die Möglichkeit bekommen, eine Ausbildung in der Handwerkerschule zu machen. Sie können kostenlos in einer Unterkunft in der Handwerkerschule wohnen und bekommen Bücher und Lebensmittel gestellt. Die Kosten für einen auszubildenden Afrikaner belaufen sich jährlich auf 500 Euro und werden durch Spenden finanziert.

Zufrieden und glücklich machten wir uns nach einigen Tagen auf den Heimweg und sind fest entschlossen, das Aloysian Boys‘ Home und die Handwerkerschule in Mangalore auch weiterhin nach Kräften zu unterstützen und hoffen auf Ihre Hilfe. Weitere Informationen erhalten Sie unter der Telefonnummer 02257 / 7446.

Missionsausschuss des Seelsorgebereichs Bad Münstereifel

 

Bitte helfen Sie mit und lassen Sie mit Ihrer Spende für ein Kind die Sonne wieder scheinen!

Spendenkonto Mangalore

IBAN: DE 58 3826 0082 0219 1580 17
BIC: GENODEDE1EVB
Volksbank Euskirchen

Spendenkonto Amare

Förderverein Amare e.V.
IBAN: DE30 3701 0050 0001 3535 05
BIC(Swift): PBNKDEFF
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